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Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Lebensmittelunverträglichkeiten 

Teil 1: Lactose (Milchzucker) - Die Lactoseintoleranz zählt zu den nicht-allergischen Lebensmittelunverträglichkeiten und beruht auf einem Enzymmangel. Lactose ist ein nicht resorbierbarer Zweifachzucker, der im menschlichen Dünndarm durch das Enzym Lactase in die Einfachzucker Glucose (Traubenzucker) und Galactose (Schleimzucker) aufgespalten wird. Diese Einfachzucker werden über Transporter in der Darmwand ins Blut aufgenommen. Ist das Enzym Lactase in unzureichender Menge oder gar nicht vorhanden, so verbleibt ein erheblicher Anteil Lactose im Darm und wird in tieferen Abschnitten von Darmbakterien vergärt. Dabei entstehen unter anderem Wasserstoff (H2), Kohlenstoffdioxid (CO2) und kurzkettige Fettsäuren. Anhand der Ursache für den Lactasemangel unterscheidet man drei Formen. Von der primären, angeborenen Form sind in Deutschland ca. 15-20% der Bevölkerung betroffen, in Afrika und Asien sogar > 90%. Im Säuglingsalter wird noch ausreichend Lactase zur Verwertung der Muttermilch gebildet; nach dem Abstillen nimmt die Lactaseaktivität mit zunehmendem Lebensalter ab. Die sekundäre Form hat ihre Ursache in einer anderen Erkrankung des Magen-Darm-Trakts (z.B. Zöliakie) und ist durch Behandlung der Grunderkrankung reversibel. Eine sehr seltene Form ist der kongenitale Lactasemangel, welcher von Geburt an besteht und auf einem genetisch bedingten Enzymdefekt beruht.

Welche Symptome treten auf?

• Bauchschmerzen und Blähungen → durch das gebildete Gas (CO2)

• Durchfall und gurgelnde Darmgeräusche → Lactose und Fettsäuren binden Wasser osmotisch → kurzkettige Fettsäuren steigern die Peristaltik

• Übelkeit, Sodbrennen

• Kopfschmerzen, Müdigkeit

Die Symptome treten meist einige Stunden nach dem Verzehr lactosehaltiger Lebensmittel auf und gehen zurück, wenn auf diese verzichtet wird. Da eine Abgrenzung zu anderen Unverträglichkeiten anhand der Symptome schwierig und außerdem eine Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Form nicht möglich ist, sollte die Diagnose durch den Arzt erfolgen. Dazu stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung: • Gentest mittels Blut- oder Speichelprobe • H2-Atemtest • Blutzuckertest

Hilfreich ist zudem ein Ernährungstagebuch, in welchem verzehrte Lebensmittel und auftretende Symptome vermerkt werden. Das erleichtert einerseits die Diagnose und hilft andererseits dabei, die individuelle Verträglichkeit milchzuckerhaltiger Produkte festzustellen.

Ernährung bei Lactoseintoleranz: Bei der primären Form ist in der Regel kein vollständiger Verzicht auf lactosehaltige Lebensmittel notwendig, da geringe Mengen (1 – 10 g pro Tag) problemlos vertragen werden. Allerdings ist die Verträglichkeit individuell unterschiedlich und muss ausgetestet werden. Man kann sich dabei an der sogenannten „Drei-Stufen-Ernährungstherapie“ orientieren. Zur raschen Besserung der Symptome zu Beginn ist der Verzicht auf lactosehaltige Produkte sinnvoll. Auch das Meiden schlecht resorbierbarer Kohlenhydrate (z.B. in Kohl und Hülsenfrüchten), von Zuckeralkoholen (Sorbit, Xylit) und Ballaststoffen kann anfangs hilfreich sein. Als Ersatz kann auf lactosefreie Milchprodukte zurückgegriffen werden. Anschließend kann die Zufuhr lactosehaltiger Lebensmittel langsam gesteigert werden, um das individuell verträgliche Maß herauszufinden. Zur Verbesserung der Verträglichkeit kann auch die Einnahme des Enzyms Lactase zu entsprechenden Milchprodukten erwogen werden.