Öffnungszeiten:Montag
8.00 - 19.30 Uhr
Dienstag - Freitag
8.00 - 19.00 Uhr
Samstag
8.30 - 13.30 Uhr



Rotebühlstr. 104
70178 Stuttgart
Telefon 0711 / 66 83 96
Telefax 0711 / 66 83 977
E-Mail: info(at)westendapotheke-stuttgart.de

Unsere Aktionen

Lebensmittelunverträglichkeiten

Teil 2: Fructose (Fruchtzucker) Unter Fructoseintoleranz werden zwei Begriffe zusammengefasst: Zum einen die sehr seltene hereditäre und zum anderen die intestinale Form. Ursache der hereditären Form ist ein angeborener Enzymmangel in der Leber, aufgrund dessen Fruchtzucker nicht verstoffwechselt werden kann. Folge können Leber- und Nierenschäden sowie lebensbedrohliche Hypoglykämien (Unterzuckerungen) sein. Betroffene dürfen lebenslang keinen Fruchtzucker zu sich nehmen. Bei der sehr viel häufiger auftretenden intestinalen Form handelt es sich um eine Fructosemalabsorption, das heißt eine Resorptionsstörung, bei der Fruchtzucker nur unzureichend aus dem Darm aufgenommen wird. Ursache ist eine Überlastung oder ein Defekt des GLUT5-Transporters, der Fruchtzucker vom Dünndarm ins Blut transportiert. Wird mehr Fruchtzucker mit der Nahrung aufgenommen als dieser Transporter verarbeiten kann, so verbleibt ein Teil im Dünndarm. Dieser Fruchtzucker wird dann im Dickdarm von Bakterien zu Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid und kurzkettigen Fettsäuren umgewandelt. Es kommt zu den typischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfällen. Ein Defekt des GLUT5-Transporters kann angeboren sein oder erworben werden. Erworbene Defekte können dauerhaft bestehen oder vorübergehend auftreten, beispielsweise durch Blockade des Transporters mit Sorbit (Zuckerersatzstoff). Umgekehrt stimuliert die gleichzeitige Aufnahme von Glucose (Traubenzucker) mit der Nahrung den GLUT5-Transporter. Das erklärt, warum Haushaltszucker (Saccharose, Zweifachzucker aus Glucose und Fructose) bei einer intestinalen Fructoseintoleranz meist recht gut vertragen wird. Ernährung bei Fructoseintoleranz Ein kompletter Verzicht auf Fruchtzucker ist bei der intestinalen Form nicht nötig und kann unter Umständen zu einer noch schlechteren Verträglichkeit führen, da die Transporter im Darm bei fehlendem Fruchtzuckerangebot ihre Aktivität weiter einschränken. Die verträgliche Menge muss jedoch individuell ausgetestet werden. Um zunächst einmal symptomfrei zu werden empfiehlt es sich, für bis zu 4 Wochen komplett auf fruchtzuckerhaltige Produkte zu verzichten. Anschließend kann man beginnen, kleine Mengen zuzuführen um das individuell verträgliche Maß zu finden. Lebensmittel, die man grundsätzlich (in größeren Mengen) meiden sollte, sind:  Obst und Fruchtsäfte  Honig  Sorbit- und Xylit-haltige Produkte (Diät- und Diabetikerprodukte, Fertigprodukte, die als „zuckerfrei“ bezeichnet werden)  Fertigmüslis (enthalten meist Inulin und/oder Oligofructose) Saccharose (Haushaltszucker) wird bei der intestinalen Fructoseintoleranz aus den bereits beschriebenen Gründen in der Regel vertragen. Bei der hereditären Form muss auch hierauf verzichtet werden. Um die Verträglichkeit fruchtzuckerhaltiger Speisen zu verbessern, stehen außerdem Präparate zur Verfügung, welche das Enzym Xyloseisomerase enthalten. Dieses Enzym wandelt Fructose im Dünndarm zu der leicht verwertbaren Glucose (Traubenzucker) um. Da die Umwandlung nicht vollständig ist, dürfen solche Präparate nicht bei der hereditären Form angewendet werden. Bei Fragen rund ums Thema helfen wir Ihnen gerne weiter!