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Die Weihnachtsgeschichte

Auch dieses Jahr zeigen wir Reißbilder der Künstlerin Karin Beck. Sie illustrieren die Weihnachtsgeschichte "Das blaue Paket" von Friederike Steinborn.

 

 

 

 

 

Das blaue Paket

von Friederike Steinborn Illustriert von Karin Beck

"Früher bedeutete Weihnachten für uns Kinder auf dem Dorf eine Freude und wir fieberten den wohldosierten Gaben entgegen. Alles in der Adventszeit umgab noch ein Geheimnis, besaß einen Zauber. Es war für meine Geschwister und mich ungeheuer verlockend, dieses Geheimnis zu lüften, sodass die Dezembertage nur schwer auszuhalten waren. Ob das Christkind den Herzenswunsch erfüllen würde? Wer brav die Zeit bis Heiligabend durchstand, wählte den besseren Teil. Wer aber das Geheimnis vor der Zeit lüftete, bereute es. Ich lernte diese Lektion vor vielen Jahrzehnten. Es geschah in den Tagen vor Heiligabend, dass meine zwei älteren Schwestern und ich nach der Schule erst zur Großmutter liefen. Sie wohnte gleich um die Ecke, und wir waren gewohnt, dass sie uns immer eine Kleinigkeit schenkte. Einen Apfel meistens oder gar ein Fünferle hie und da. Bei ihr lebte noch die Tante Pepi. Die hatte durch einen Unfall ihren rechten Arm verloren. Sie sah Groß-mutters freigebige Hand gar nicht gern. Wir mochten Pepi nicht und sie uns auch nicht. Die Tante übergab uns ein blaues Paket. Quelle war groß aufgedruckt. Das sollten wir der Mutter bringen. Es war bereits geöffnet und nur lose mit einer Kordel zusammengebunden. Sie verbot unter Strafandrohung, in das Paket hineinzugucken, und dann schick-te sie uns schnellstens nach Hause. Unser Haus lag damals noch am Dorfrand. Für den Heimweg gab es nun zwei Möglichkeiten: entweder die vom Schnee geräumte Dorfstraße oder den verwunschenen, tief verschneiten schmalen Pfad um den Friedhof herum. Den nahmen wir und stapften langsam durch kniehohen Schnee bis zu der sichtgeschützten hintersten Ecke an der Friedhofsmauer...."