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Medikamente und ihre Namen

Es war Halbzeit zwischen dem Wiedererwachen der Wissenschaften in der Zeit der Renaissance und der unglaublich stürmischen Entwicklung der MEDIZIN im 19./20.Jh. Als vor 250 Jahren In Halle / Saale ein Dr. MADAI seine Erfahrungen mit Kranken im Waisenhaus zu Papier brachte. Wir können heute nur staunen, wie noch zur Zeit eines Mozarts, Goethes oder Lavoisiers (französischer Chemiker) die Medizin und Pharmazie im Dunkeln handelten. „Hier war die Arznei, — die Patienten starben, Und niemand fragte : wer genas?“…… „O glücklich, wer noch hoffen kann Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen ! Was man nicht weiß, das eben braucht man, Und was man weiß, kann man nicht brauchen“. Goethe ,Faust 1 Wohl wurden Symptome über Jahrhunderte sorgfältig beobachtet, die Zuordnung zu Krankheiten blieb jedoch unscharf und unerklärbar. Die Namensgebung der Krankheiten war ein Versuch Phänomene richtig zuzuordnen. Kaum eine dieser alten Bezeichnungen konnte in der Moderne übernommen werden: „Auszehrung“, „Tanzwut“, Wassersucht“ oder eine Krankheit, die „Spanische- , „Französische-“ oder in England „German Disease“ hieß. ( die Syphilis nach ihrem Infektionsweg ) Die Aussichten auf Heilung durch die medizinische Intervention war gering. Die Aussicht auf Linderung von Schmerzen war möglich aber nicht jedem Patienten vergönnt. Waren die Selbstheilungskräfte und das Immunsystem damals noch stärker ? Wie sagt Dr. Madai verheißend im Vorwort: „ Weil man mit diesen wenigen Arzneimitteln mehreren Krankheiten ,unter GOTTES SEGEN, nachdrücklich begegnen kann“ Was sagt mutmachend Goethe: „ Ihr gingt in jedes Krankenhaus; Gar manche Leiche trug man fort, Ihr aber kamt gesund heraus; Bestandet manche harte Proben; Dem Helfer half der Helfer droben.“ Hat unsere moderne Gesellschaft noch ein Bewusstsein für die Geschenke des Fortschrittes in der Medizin ? Haben die fortschrittlichen Mediziner ein Bewusstsein dafür, wo und in welchem Maß der medizinische Fortschritt ein Geschenk für den Patienten ist ? Fehlernährung, Bewegungsmangel, Medienkonsum, kurz unsere zivilisationsbedingte Umgebung, machen es immer dringlicher,-auch heute wieder,- statt im Meinungschaos zu dümpeln: „Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen“ Hansdieter Beck