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Schmetterlinge

Schmetterlinge mit ihrer flatternden Schönheit und Farbenpracht gehören zu den auffallendsten Naturphänomenen. Kein Wunder, dass man sie gerne aus der Nähe betrachtet hätte. Sie sind ungefährlich und leicht zu fangen. Dazu kommt für den Sammler ihre gute Haltbarkeit. Und schon war ein Volkssport geboren. Der Dichter Hermann Hesse (1877-1962) kam mit 9 Jahren auf den Geschmack Schmetterlinge zu jagen und zu sammeln. Daraus entwickelte sich eine Leidenschaft, die den reinen Naturgenuss versprach: Einem attraktiven Apollo-Falter durch blühende Wiesen nachzujagen. Schmetterlinge, die sich aus Larven nach der Verpuppung entfalten, waren schon immer ein Symbol der Verwandlung, einer Metamorphose. Aus unscheinbaren oder eher hässlichen Vorstufen entfaltete sich die vollendete Schönheit und schwebende Eleganz. Und nun sind diese noch vor 100 Jahren überall in reichem Maße vertretenen Fluginsekten teils ausgestorben oder zur großen Seltenheit reduziert. Statt jagen und sammeln ist hegen und pflegen das Gebot der Zeit. Im Naturkundemuseum Stuttgart wird auf verständliche Weise über die Probleme berichtet. Die Aktion „Missing“ macht das sehr deutlich. Leider macht das Insektensterben auch vor Schmetterlingen nicht halt: viele farbenfrohe Schmetterlingsarten werden immer seltener - oder sterben gleich ganz aus. Das belegen europaweite Studien. Mindestens 60 Schmetterlingsarten seien in Deutschland bereits ausgestorben, schreibt das Bundesamt für Naturschutz in Bonn. 494 weitere seien vom Aussterben bedroht oder unterschiedlich stark gefährdet. Insgesamt gebe es rund 3700 Arten. Als Grund Nr. 1 für den dramatischen Rückgang haben die Forscher den Verlust von Lebensräumen ausgemacht: Während noch um 1900 rund 40 Prozent des Landes aus blütenreichen Wiesen bestand, sind es heute nur noch wenige Prozent. Ein weiterer Grund ist die intensive Landwirtschaft: Pestizide und künstlicher Dünger vernichten vielerorts die Futterpflanzen der Schmetterlinge, die oft hoch spezialisiert sind. Gartenbesitzer können schon jetzt Insekten helfen: etwa mit einer Wildblumen-Wiese und dem Verzicht auf Versiegelung und Unkrautvernichtungsmittel. Auch wer Obst und Gemüse regional, saisonal und bio kauft, hilft Insekten indirekt. Denn die ökologische Landwirtschaft verzichtet auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und Kunstdünger. Statt jagen und sammeln hegen und pflegen